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Atelier für Innovation,
Architektur und Kunst
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Handy: +43 664 30 84 512
Skype: prachensky-tel
web: www.prachensky.com
email: michael@prachensky.com

05.03.2009 - 21:12 Uhr

Ortsbild Diskussion in Seefeld

Jodel, Todel, Holladrio - Der Weg in die Moderne - Schule des Sehens

Baukultur ist Bildung

    Die Gotik in Tirol war eine Hochkultur, die durch die Bauhütten errichtet und deren Geheimnisse von den Meistern weitergetragen wurden. Die spätgotische Seefelder Kirche Hl. St. Oswald - mit seinem Kloster (Urkunde1320). Bemerkenswert ist das spitzbogige Südportal um 1470. Es gehört zu einer der großen Glanzleistungen der Baukultur dieser Zeit in Tirol.

      Vom Barockbaumeister Christoph Gumpp errichtetetes Seekirchl (1628) in Seefeld. Über eine Holzbrücke gelangte man auf die Felsinsel mit dem Seekirchl. Der Seespiegel reichte bis zu den Fundamenten des Gebäudes. Der Ablasssee, der ehemalige Fischteich Kaiser Maximilians wurde 1835 ausgelassen und der Landwirtschaft wieder zugeführt.

      Die Restaurierung des Seekirchls in den 90er Jahren wurde von Michael Prachensky in Zusammenarbeit mit dem Denkmalamt durchgeführt.

      Es besteht der politische Wille, diesen Ablass-, Kreuz-, bzw. Seekirchl See in verkleinerter Form, wieder als "Grundwassersee" zu errichten - ein innovativer Beitrag, den ich seit vielen Jahren immer wieder vorgebracht habe. Die Größenordung des Sees reicht über das Seekirchl, den Schneider Parkplatz bis zum Hotel Wetterstein. Die geologischen Untersuchungen sind positiv verlaufen.

      In der Gesamtgestaltung der Seekirchlarena spiegelt sich das Seekirchl im See - ein imposanter weltweiter Werbeträger für das historische Wahrzeichen von Seefeld.

        Dorf Seefeld um 1870 - Bauernort und Wallfahrtsort. Der Pferdefuhrpark der Handelsstraße Zirlerberg führte seit der Römerzeit über diese Straße nach Seefeld und weiter über Scharnitz, Mittenwald nach Augsburg.

          Hotel Wetterstein in Seefeld - mit dem Eisenbahnbau (Karwendelbahn 1912) entstanden auch hier Hotels entlang dieser Strecken. Es entsatnd die Hotels der "Sommerfrischarchitektur" - Schweizer und auch Heimatstil genannt. Diese Architekturströmung kam über die Münchner Kunstschulen nach Tirol. (Drei Mohren in Ötz, Grandhotel Kitzbühel, Veranda Planötzenhof, Hotel Post in Spending an der Vintschgaubahn).

            Das Hexenhäusl war bis in die 50er Jahre das erste Haus in der Kirchwaldsiedlung. Die ehemaligen Besitzer Kirche und Klosterbäu haben diesen Bereich des Kirchwaldes seinerzeit für den "sozialen Wohnbau" günstig weitergegeben. Es entstanden unzählige kleine Häuser mit "Privatzimmern", die zum Großteil in Eigenregie und mit Nachbarschaftshilfe gebaut wurden.

              Hotel Karwendelhof in Seefeld- Typische Merkmale des Jugendstils dieser Zeit sind hier sichtbar - es wurde in den Prospekten mit der Karwendelbahn, der Zentralheizung und dem elektrischem Licht geworben. Wichtig war der Standort direkt neben dem Bahnhof.

                  Die Bahnhöfe sind alle zentral in Wien entworfen worden, wie all die anderen Bauten in der Monarchie, wie Post, Gerichte und Schulen. Der Bahnhof Seeefeld wurde 1964 zur Olympiade abgebrochen und durch einen neuen Bahnhof ersetzt.

                    Eines der besterhaltenen Hotelbauten aus den 30er Jahren ist der "Berghof" in Seefeld, von Architekt Siegfried Mazagg entworfen. Dieses Gebäude steht heute unter Denkmalschutz. Es ist Pilgerstätte von Architekturinteressierten und Bildenden geworden.

                      Es gibt sehr gut gestaltete Einfamilienhäuser aus dieser Zeit im Raum Seefeld (Reith), wie das Landhaus Zach in Reith, von meinem Großonkel Architekt Franz Baumann 1932 geplant.

                        Im ganzen "Gau" Tirol und Vorarlberg entstanden 1938 bis 1945 diese Wohnbauten:

                        Achsiale Fassaden, Satteldächer mit Traufen und Regenrohr, Rundbogentüren mit Gucklochfenster, Fensterläden seitlich aufklappbar, Fenster mit Holzsprosssen, Kreuzgiebel mit den dazugehörigen Verschalungen, alles echt und gedrungen.

                        Unter dem Buchtitel "Das echte Haus im Gau Tirol" Eine Untersuchung über Wesen und Herkunft des alpenländischen Flachdachhauses und die Grundsätze einer Wiedergeburt im Geiste unserer Zeit (Herausgeber Albin Seifert, Gauleiter Franz Hofer)
                        Die Südtirolersiedlung in Telfs oder die Planung der Walhalla Halle in Mittenwald, sind typische Beispiele für unserere Region. (1943)

                        "Die Zukunft entspricht davon nur das ganz einfache, strenge und fast heroisch Größe. So ist ein ganz klarer Weg vorgegeben für jeden, die berufen sind...es ist ein Weg der Einordnung, der strengen Selbstzucht und Kameradschaft" ...

                        Ich bin der Meinung, daß vieles von dieser Ideologie in manchen Köpfen immer noch herumschwirrt (m.p.)

                          Nach dem zweiten Weltkrieg war man hilflos, wohin der Baustil, wo die Architektur tendieren könnte. Der Nazistil war vernichtet, es wurden neue Wege gesucht - in Seefeld entstanden die ersten Kellerbars, der K-Keller, der Lamm-Keller, die Kanne etc. Es wurde der "Tiroler Stil" erfunden.

                          Wilhelm Nicolaus und Hubert Prachensky gestalteten u.a. den K-Keller im Karwendelhof. Es wurde mit massiven Balken und Mauern die Tragkonstruktion erstellt. Es wurden die Tische, die Stühle, die Lampen einzeln entworfen und designt. Der Nachholbedarf der "Wirtschaftswundergeneration" hat sich hier getroffen. Dieses Erfolgskonzept wurde Pilgerstätte der Hoteliers und Planer dieser Zeit für ganz Tirol. In unzähligen Hotels und Gaststätten (bis nach Korea 2004) wurde diese Ideologie nachgeahmt. Sie wurde zu "Tode" getrampelt - es ist ein fürchterlicher Kitsch geworden, der in eine "Unkultur" ausgeartet ist.

                          Geschnitzte und vergoldete Decken, gedrexelte Säulen, brurtale Holzbalkon Fertigteile und Bühnenbilder haben die Industrien und Dekorateure übernommen.

                          Ich kann es nicht mehr sehen und die Jugend will es nicht mehr. "Schmeißt sie hinaus, die Kulturvernichter"

                            Die ersten Wohnanlagen der WE in Seefeld - von Architekt Hubert Prachensky - sehr reduziert, sehr einfach und zeitlos. 1961

                              Prachenskyhof 1970 - Hubert und Michael Prachensky. Es gab einen Sturm der Entrüstung über diese Gestaltung. Dem damaligen Bürgermeister Karl Glas wurde der Rücktritt nahegelegt. Es war unverständlich, daß die Traufen bis zum Erdgeschoß herunterreichen - die Bauordnung wurde umgangen.

                              Heute ist der Prachenkyhof in die Architekturgeschichte eingegangen - ein Treffpunkt vieler Freunde, Architekten und Künstler aus dem In- und Ausland.

                                Das SKZ wurd zur Olympiade 1976 errichte - Hubert Prachensky, Ernst Heiss und Michael Prachenky haben es umgesetzt. 1985 erweitert Michael Prachensky das Saunarium. Das SKZ erlangte internationale Anerkennung. Das große Bauvolumen wurde in den Hang hineingesprengt und mit einem Grasdach gleitend überschüttet. (leider wurde dieses Konzept von Generalmanagern zerstört)

                                  Begrüntes Dach im Sommer - Schneebedecktes Dach im Winter

                                  Die Problematik von Bauten in dieser Größenordnung dieser Dachflächen- im Gebirge ist es immer der Blick von oben- es ist die fünfte Fassade auf das Dorfbild. Diese Idee hat nach wie vor "Gültigkeit" - es ist das "Versöhnlichste" in der Freiheit der Gestaltung geworden.

                                    Die Hotelerie in Seefeld hat eigentlich versagt- keine nachhaltigen Visionen in die Zukuft. Die Jugend will diese Architektur nicht mehr.

                                    Diese sind unsere zukünftigen Gäste - jene wollen diese Rumpelkammern falsch verstandenem Tirolertums nicht mehr wohnen!

                                      Schmeißt sie hinaus, die Kulturvernichter- wo kommen denn diese Motive her ?
                                      Ich habe kein einziges davon in den Tiroler Heimatbüchern gefunden.

                                      Schmeißt sie hinaus aus Tirol, die Kulturvernichter

                                        ohne Kommentar - das ist der falsche Weg in die Zukunft.

                                          Verzweifelte Versuche für den sozialem Wohnbau in der "Post Moderne" der 90er Jahre

                                            Es gibt kein Ortsbild mehr. Die Tiroler Bauordnung TBO schreibt nur mehr die Abstände zu den Nachbarn vor. Zusätzlich muß die Anzahl der Geschoße und die Dichte eingehalten werden.
                                            Demokratische Planung bedürfen Aufklärung, Bildung und Selbstwertgefühl. Es wird noch einige Jahrzehnte dauern, bis die alten Unkulturen verjagt worden sind.

                                            Architektur ist "frei" geworden. Du kannst alles machen "wenn es gut ist"

                                              Und immer wieder die Diskussion mit "ewig Gestrigen" - siehe Seefelder Rundschau Mai 2007!

                                                Terrassenwohnanlage - Architekten Henke - Schreieck

                                                  Der Popwer Plobb - Abwasserkraftwerk von Seefeld am Inn hat internationale Anerkennung erhalten. Die Form wurde von einem Wassertropfen abgeleitet.

                                                  Architekt DI Michael Prachensky

                                                    Haus Primar Genelin - Architekt DI Michael Prachensky
                                                    Der Sonne entgegen - die runde Grundrissform, das nach oben orientierte Vordach gewährleistet Wetterschutz, Licht und Sonne.

                                                    Diese Dachform hat sich bewährt - keine Eiszapfen an den Vordaächern - mit den heutigen Bitumen Dickschicht Isolierungen können diese Dachformen problemlos errichtet werden.

                                                      Haus Ortner am Geigenbühel - Architekt DI Michael Prachensky

                                                      75 % des Baukörpers ist unterirdisch angelegt - nur der Schlafturm ragt heraus. Dadurch wurden begrünte Parklandschaften mit Biotop errichtet - die Sichtfreiheit vom oberen Haus in die Landschaft wurde gewähleistet.

                                                        Gemeinde Seefeld - Planung Stud. Arch Niki Waldhart

                                                        Die Strandperle fügt sich sehr gut in die Seenlandschaft des Wildsees ein. Sie wird von den Einheimischen und Gästen sehr angenommen. Die Dachlandschaft ist begrünt.

                                                          Wohnhaus Michael Ölhafen - Seefeld in der Andreas Hoferstraße
                                                          Planung Melis + Melis Architects 2007

                                                            Wohnhaus Hannes Schönegger - DI Arch. Michael Sailer 2006

                                                              Bauherr - Roßhütten AG - auf die Garagenerweiterung wurde eine neue, importierte Tiroler Almhütte hinaufgesetzt - die Gemeinde Seefeld ist Hauptaktionär der AG

                                                              Planung: Unbekannt 2004 - kein Kommentar

                                                                Hochgarage am Roßhüttenparkplatz - Alcatraz genannt
                                                                Bauherr: Roßhütten AG - die Gemeinde Seefeld ist Hauptaktionär der AG

                                                                Planung und Ausführung Generlalübernehmer.

                                                                Ich verweise z.B. auf die Hochgarage der Stadt Schwaz - Talstation Kellerjochbahn bzw. auf die Talstation der neuen Galzigbahn in St. Anton oder die Stationen der Hungerburgbahn in Innsbruck, wie so etwas aussehen könnte.

                                                                  Wohnhaus Michael Sailer 2007 - Planung DI Arch. Michael Sailer
                                                                  Die Fassadenverkleidungen fehlen noch. Auf kleinstem Grundstück hebt dieser Würfel mit fantastischer Aussicht sich vom roten Sockel ab.
                                                                  Eine Wohltat in der dortigen Siedlungsstruktur.
                                                                  Endlich entsteht neue Architektur im Kirchwald.

                                                                    Haus Karl Seyrling am Kirchwald in Seefeld
                                                                    Architekt DI Markus Tauber

                                                                    Die umgebende Landschaft spiegelt sich in den großen Fenstern.

                                                                      Soziale Wohnbau 23 Wohneinheiten NH Seefeld.
                                                                      Im Bau - Die Fassaden bestehen aus vorgesetzten Kunstoffplatten. Fertigstellung 2007
                                                                      Planung Architekt DI Carola Meissl und Alexander Meissl Seefeld

                                                                        Der erste Preis des Architekten Wettbewerbs Feuerwehrhalle Seefeld wurde von Architekt DI Fritz Panek gewonnen. Die Projektleitung obliegt dem Atelier a_pp Herrn Mag. Arch. Andreas Prachensky - Die Fertigstellung ist mit Ende 2007 fixiert. Eine mutige Entscheidung der Gemeindeführung für gute Architektur.

                                                                          Planung ARGE Scharmer- Wurnig- Prachensky
                                                                          Aus einem Architektenwettbewerb entstanden 1. Preis, den 2.Preis haben die Architekten Henke - Schreieck erhalten.

                                                                          Das Altersheim- und betreutes Wohnen ist für Seefeld ein besonderes Anliegen. Der Bauplatz wurde letzlich neben dem bestehenden Kindergarten gefunden - Jung & Alt "nebeneinander" ist das politische Leitbild geworden.

                                                                          Die Dächer sind ebenfalls begrünt - auf die Solaranlagen am Dach sollte wegen des Ortsbildes verzichtet werden - das Altersheim wird an die neue Fernwärmeheizung angeschlossen.

                                                                          Fertigstellung 2008/9

                                                                            Eines der vielleicht schönsten und konsequentesten Wohnanlagen - es wurde absichtlich auf geneigte Dachflächen verzichtet, um den Dahinterliegenden ihre Sicht nicht zu verbauen. Die TBO Abstandsrichtlinien und die vorgegebenen neuen Dichten werden exakt eingehalten. Noch kann man es nicht beurteilen - laßt es einmal Fertigstellen.
                                                                            Gegenüber der Altersheimplanung an dieser Stelle wurden die Dichte seitens der Gemeinde wesentlich reduziert, was den Anrainern zugute kommt.

                                                                            Planung ARGE Prachensky - Scharmer- Wurnig- 2007
                                                                            Baubeginn Herbst 2007 - Fertigstellung 2010

                                                                            Gratuliere der Gemeindeführung - eine mutige Entscheidung.

                                                                              Vor den massiven Baukörper hängen die vorgelagerten Balkone in einem Holzrahmen . Die Fenster wirken großflächeig nach außen und wiederspiegeln das umgebende Landschaftsbild. Es wurde auf optimale Wohnqualität Wert gelegt. Die junge Generation will primär nur mehr die Wohn - Küchen - diese bilden den Mittelpunkt des Familienlebens. Tiefe Balkone und vorgelagerte Terrassen im Freien bilden heute u.a. die Wohnqualität in modernen Wohnanlagen.

                                                                                In sensiblen Bereichen ist die "fünfte" Fassade zu gestalten, da der Blick von oben, von den Bergen auf das Ortsbild stark beeinflußt wird. Bei Flachdächern wird auf die begrünten Dächern bzw. bewohnbare Terrassen eigegangen. Die E+1 Geschoße wurden in den Hang hineingedrückt - über eine Tiefgarage gelangt man über einen Lift in die Wohnanlage.

                                                                                  Architektur ist Können
                                                                                  Architektur ist Kunst
                                                                                  Architektur ist Bildung

                                                                                  Wenn jeder von uns Architekten einmal sagen kann, ich habe drei Bauwerke in meinem Leben hervorragend gelöst, dann können wir Zufrieden sein.

                                                                                  Architektur in Seefeld wird ernst genommen und veröffentlicht. Wir lassen "Unkultur" in Seefeld nicht mehr zu. Wir stellen Sie sonst alle an den "Pranger" - auch uns.

                                                                                  Architekt Michael Prachensky 2007


                                                                                    zurück