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05.03.2009 - 21:12 Uhr Ortsbild Diskussion in SeefeldJodel, Todel, Holladrio - Der Weg in die Moderne - Schule des Sehens
Baukultur ist Bildung
Die Gotik in Tirol war eine Hochkultur, die durch die Bauhütten errichtet und deren Geheimnisse von den Meistern weitergetragen wurden. Die spätgotische Seefelder Kirche Hl. St. Oswald - mit seinem Kloster (Urkunde1320). Bemerkenswert ist das spitzbogige Südportal um 1470. Es gehört zu einer der großen Glanzleistungen der Baukultur dieser Zeit in Tirol.
Vom Barockbaumeister Christoph Gumpp errichtetetes Seekirchl (1628) in Seefeld. Über eine Holzbrücke gelangte man auf die Felsinsel mit dem Seekirchl. Der Seespiegel reichte bis zu den Fundamenten des Gebäudes. Der Ablasssee, der ehemalige Fischteich Kaiser Maximilians wurde 1835 ausgelassen und der Landwirtschaft wieder zugeführt.
Dorf Seefeld um 1870 - Bauernort und Wallfahrtsort. Der Pferdefuhrpark der Handelsstraße Zirlerberg führte seit der Römerzeit über diese Straße nach Seefeld und weiter über Scharnitz, Mittenwald nach Augsburg.
Hotel Wetterstein in Seefeld - mit dem Eisenbahnbau (Karwendelbahn 1912) entstanden auch hier Hotels entlang dieser Strecken. Es entsatnd die Hotels der "Sommerfrischarchitektur" - Schweizer und auch Heimatstil genannt. Diese Architekturströmung kam über die Münchner Kunstschulen nach Tirol. (Drei Mohren in Ötz, Grandhotel Kitzbühel, Veranda Planötzenhof, Hotel Post in Spending an der Vintschgaubahn).
Das Hexenhäusl war bis in die 50er Jahre das erste Haus in der Kirchwaldsiedlung. Die ehemaligen Besitzer Kirche und Klosterbäu haben diesen Bereich des Kirchwaldes seinerzeit für den "sozialen Wohnbau" günstig weitergegeben. Es entstanden unzählige kleine Häuser mit "Privatzimmern", die zum Großteil in Eigenregie und mit Nachbarschaftshilfe gebaut wurden.
Hotel Karwendelhof in Seefeld- Typische Merkmale des Jugendstils dieser Zeit sind hier sichtbar - es wurde in den Prospekten mit der Karwendelbahn, der Zentralheizung und dem elektrischem Licht geworben. Wichtig war der Standort direkt neben dem Bahnhof.
Die Bahnhöfe sind alle zentral in Wien entworfen worden, wie all die anderen Bauten in der Monarchie, wie Post, Gerichte und Schulen. Der Bahnhof Seeefeld wurde 1964 zur Olympiade abgebrochen und durch einen neuen Bahnhof ersetzt.
Eines der besterhaltenen Hotelbauten aus den 30er Jahren ist der "Berghof" in Seefeld, von Architekt Siegfried Mazagg entworfen. Dieses Gebäude steht heute unter Denkmalschutz. Es ist Pilgerstätte von Architekturinteressierten und Bildenden geworden.
Es gibt sehr gut gestaltete Einfamilienhäuser aus dieser Zeit im Raum Seefeld (Reith), wie das Landhaus Zach in Reith, von meinem Großonkel Architekt Franz Baumann 1932 geplant.
Im ganzen "Gau" Tirol und Vorarlberg entstanden 1938 bis 1945 diese Wohnbauten:
Nach dem zweiten Weltkrieg war man hilflos, wohin der Baustil, wo die Architektur tendieren könnte. Der Nazistil war vernichtet, es wurden neue Wege gesucht - in Seefeld entstanden die ersten Kellerbars, der K-Keller, der Lamm-Keller, die Kanne etc. Es wurde der "Tiroler Stil" erfunden.
Die ersten Wohnanlagen der WE in Seefeld - von Architekt Hubert Prachensky - sehr reduziert, sehr einfach und zeitlos. 1961
Prachenskyhof 1970 - Hubert und Michael Prachensky. Es gab einen Sturm der Entrüstung über diese Gestaltung. Dem damaligen Bürgermeister Karl Glas wurde der Rücktritt nahegelegt. Es war unverständlich, daß die Traufen bis zum Erdgeschoß herunterreichen - die Bauordnung wurde umgangen.
Das SKZ wurd zur Olympiade 1976 errichte - Hubert Prachensky, Ernst Heiss und Michael Prachenky haben es umgesetzt. 1985 erweitert Michael Prachensky das Saunarium. Das SKZ erlangte internationale Anerkennung. Das große Bauvolumen wurde in den Hang hineingesprengt und mit einem Grasdach gleitend überschüttet. (leider wurde dieses Konzept von Generalmanagern zerstört)
Begrüntes Dach im Sommer - Schneebedecktes Dach im Winter
Die Hotelerie in Seefeld hat eigentlich versagt- keine nachhaltigen Visionen in die Zukuft. Die Jugend will diese Architektur nicht mehr.
Schmeißt sie hinaus, die Kulturvernichter- wo kommen denn diese Motive her ?
ohne Kommentar - das ist der falsche Weg in die Zukunft.
Verzweifelte Versuche für den sozialem Wohnbau in der "Post Moderne" der 90er Jahre
Es gibt kein Ortsbild mehr. Die Tiroler Bauordnung TBO schreibt nur mehr die Abstände zu den Nachbarn vor. Zusätzlich muß die Anzahl der Geschoße und die Dichte eingehalten werden.
Und immer wieder die Diskussion mit "ewig Gestrigen" - siehe Seefelder Rundschau Mai 2007!
Terrassenwohnanlage - Architekten Henke - Schreieck
Der Popwer Plobb - Abwasserkraftwerk von Seefeld am Inn hat internationale Anerkennung erhalten. Die Form wurde von einem Wassertropfen abgeleitet.
Haus Primar Genelin - Architekt DI Michael Prachensky
Haus Ortner am Geigenbühel - Architekt DI Michael Prachensky
Gemeinde Seefeld - Planung Stud. Arch Niki Waldhart
Wohnhaus Michael Ölhafen - Seefeld in der Andreas Hoferstraße
Wohnhaus Hannes Schönegger - DI Arch. Michael Sailer 2006
Bauherr - Roßhütten AG - auf die Garagenerweiterung wurde eine neue, importierte Tiroler Almhütte hinaufgesetzt - die Gemeinde Seefeld ist Hauptaktionär der AG
Hochgarage am Roßhüttenparkplatz - Alcatraz genannt
Wohnhaus Michael Sailer 2007 - Planung DI Arch. Michael Sailer
Haus Karl Seyrling am Kirchwald in Seefeld
Soziale Wohnbau 23 Wohneinheiten NH Seefeld.
Der erste Preis des Architekten Wettbewerbs Feuerwehrhalle Seefeld wurde von Architekt DI Fritz Panek gewonnen. Die Projektleitung obliegt dem Atelier a_pp Herrn Mag. Arch. Andreas Prachensky - Die Fertigstellung ist mit Ende 2007 fixiert. Eine mutige Entscheidung der Gemeindeführung für gute Architektur.
Planung ARGE Scharmer- Wurnig- Prachensky
Eines der vielleicht schönsten und konsequentesten Wohnanlagen - es wurde absichtlich auf geneigte Dachflächen verzichtet, um den Dahinterliegenden ihre Sicht nicht zu verbauen. Die TBO Abstandsrichtlinien und die vorgegebenen neuen Dichten werden exakt eingehalten. Noch kann man es nicht beurteilen - laßt es einmal Fertigstellen.
Vor den massiven Baukörper hängen die vorgelagerten Balkone in einem Holzrahmen . Die Fenster wirken großflächeig nach außen und wiederspiegeln das umgebende Landschaftsbild. Es wurde auf optimale Wohnqualität Wert gelegt. Die junge Generation will primär nur mehr die Wohn - Küchen - diese bilden den Mittelpunkt des Familienlebens. Tiefe Balkone und vorgelagerte Terrassen im Freien bilden heute u.a. die Wohnqualität in modernen Wohnanlagen.
In sensiblen Bereichen ist die "fünfte" Fassade zu gestalten, da der Blick von oben, von den Bergen auf das Ortsbild stark beeinflußt wird. Bei Flachdächern wird auf die begrünten Dächern bzw. bewohnbare Terrassen eigegangen. Die E+1 Geschoße wurden in den Hang hineingedrückt - über eine Tiefgarage gelangt man über einen Lift in die Wohnanlage.
Architektur ist Können |